Nicht jedem fällt lernen leicht, manche haben sogar große Probleme damit. Natürlich ist Lernen in der Regel keine angenehme Tätigkeit, aber wenn du weißt, wie du richtig lernst, kannst du auch schwere oder unliebsame Themen dauerhaft verinnerlichen. Wir möchten dir fünf Schritte zeigen in denen du lernst, wie du richtig lernst.

1. Zeitplanung

Gerade in Prüfungsphasen ist ein gutes Zeitmanagement für den Lernerfolg entscheidend. Dies gilt sowohl in der Schule, als auch auf der Universität. Vor allem, wenn dort mehrer Prüfungen in kurzer Zeit absolviert werden müssen. Es ist ratsam die Lernphase gut zu planen und mit der Planung am besten frühzeitig zu beginnen. Bei der Planung gilt es vor allem den Aufwand richtig einzuschätzen und die Aufgaben zu priorisieren. Kennst du zum Beispiel Themengebiete, die definitiv nicht in der Prüfung vorkommen werden, dann schließe sie aus! Richte dich auch nach der Reihenfolge der Prüfungen. Vielleicht weißt du auch in einem Thema besonders gut Bescheid, dann kannst du dadurch punkten und musst weniger Zeit aufwenden.

Anschließend ist es wichtig den Aufwand, der von dir ausgewählten Aufgaben richtig einzuschätzen. Überschätze dich dabei nicht, sonst läufst du in Gefahr in Zeitdruck zu geraten. Plane auch Pausen ein, in denen du Aktivitäten außerhalb deiner Lernphase ausüben kannst. Das ist besonders wichtig, damit man diszipliniert dem Lernplan folgen kann. Lenke dich in deinen Pausen vor allem vom Lernen ab. Verbringe Zeit in der Natur und mit Freunden und verschaffe deinem Gehirn etwas Pause. 

Zur Festigung des Erlernten solltest du immer wieder eine Wiederholung einplanen. Dein Wissen kannst du dadurch auch nochmal überprüfen und Dinge bei Bedarf nachholen. Dein Zeitplan sollte immer wieder angepasst und optimiert werden, vor allem hinsichtlich der Schätzung der Aufwände für einzelne Aufgaben. Vielleicht bist du doch schneller fertig als geplant oder langsamer als gedacht. Eine optimale Unterstützung für die Zeitplanung deiner Lenphasen bietet ein Lernplan, zum Beispiel in Form eines Excel-Tools. Um zu erfahren welche Dinge dein Lernplan unbedingt enthalten sollte, kannst du dir folgenden Artikel ansehen: „Was sollte ein Lernplan enthalten?

2. Lernumfeld

Ein richtiges Umfeld zu schaffen ist einer der wichtigsten Schritte. Damit ist gemeint einen festen Ort zu finden, der dich in deinem Lernverhalten unterstützt und dir eine Routine gibt. Am besten wählst du hierfür einen Ort, an dem dich nicht zu viele Menschen stören können. Auch andere Einflüsse spielen bei der Wahl eine Rolle. Der stickige, dunkle Keller ist bestimmt nicht die bessere Wahl gegenüber einem gemütlichen, ruhigen Zimmer.

Es gibt allerdings, je nach Vorliebe, die Möglichkeit Musik oder sogar den Fernseher leise anzuschalten. Hierbei ist jedoch wichtig sich selbst ehrlich vor Augen zu führen, ob es sich um eine Ablenkung oder eine Beruhigung handelt. Es nützt nichts, wenn du dich alle zehn Minuten umdrehst, um eine spannende Szene zu verfolgen oder das Gitarrensolo in der Luft mitspielst. Auch technische Hilfsmittel, wie Computer oder Tablet unterliegen diesen Auflagen. Wenn du dein Handy als Mittel zur Recherche benutzen möchtest, solltest du zumindest störende Benachrichtigungen ausstellen.

Wenn du in deiner Zeitplanung auf ausreichend Pausen eingeplant hast kannst du diese Nutzen, um beispielsweise deine Nachrichten zu lesen. Auch hier ist wieder wichtig zu wissen wie du richtig lernst. Bist du schon kurz vor deiner Pause in Gedanken an deinem Handy, solltest du überlegen eine Möglichkeit zu finden, dich nicht von deinem Handy ablenken zu lassen. Bitte deine Freunde oder Verwandte dein Handy in der Lernzeit zu verwahren und dich beispielsweise nur bei Nachrichten bestimmter Kontakte zu informieren. Du könntest auch deine Kontakte schreiben, dir nur in wichtigen Fällen zu schreiben.

Die richtigen Materialien Zur Hand

Zu einem guten Lernumfeld gehört auch der Zugriff auf alle Materialien, die du zum Lernen benötigst. Ordnung am Arbeitsplatz gehört zu der Frage, wie du richtig lernst dazu. Für den Lernabschnitt relevante Materialien sollten für dich jederzeit greifbar sein, die weniger wichtigen solltest du aber dennoch in Reichweite aufbewahren.

Neben dem Ort ist es auch wichtig sich selbst in eine lernfähige Verfassung zu bringen. Stelle sicher, dass du ausreichend gegessen und geschlafen hast. Nichts stört die Konzentration mehr als ein hungriger Magen. Wenn du trotz Müdigkeit lernen musst kann es helfen sich körperlich zu betätigen um den Kreislauf anzukurbeln. Auch Konzentrationsübungen können bei Müdigkeit helfen (siehe „Deine Konzentration im Alltag steigern„). Schlaf ist und bleibt jedoch die beste Medizin und ist ein wesentlicher Bestandteil der Übertragung des Lernstoffs von Kurzzeitgedächtnis in Langzeitgedächtnis.

3. Hilfsmittel

Die richtigen Hilfsmittel sind entscheidend dafür, wie du richtig lernst. Je nach Lerntyp gibt es verschiedene Möglichkeiten sich Wissen einzuprägen. Wir haben bereits die Tipps für verschiedene Lerntypen aufgeführt. Es gibt aber auch Hilfsmittel, die für jeden Lerntyp nützlich sind. Entscheidend ist das Ziel auf das man hinarbeitet. Gibt es vorgegebene Quellen und Materialien oder steht es dir frei deine Materialien zusammen zu stellen? Bei der freien Wahl gilt es die Herkunft der Quellen zu beachten. Zum Beispiel ist nicht alles im Internet mit Fakten belegt. Hole dir deine Informationen aus einer Bibliothek oder besorge dir offiziell anerkannte PDFs.

Deine Materialien solltest du pflegen und für dich anschaulich aufbereiten. Markiere dir wichtige Sachverhalte, fasse Informationen zusammen und erstelle bei vielen Materialien eine Übersicht mit der du schnell an das richtige Dokument kommst. Hierbei kann auch der in Punkt eins angesprochene Lernplan helfen.

Podcasts sind ein weiteres Hilfsmittel, das jeder Lerntyp verwenden kann. Es gibt Vorlesungen, die komplett aufgezeichnet frei verfügbar sind, sowohl als Video- als auch als Audiodateien. Man sollte aber beachten, dass das Hören und Sehen alleine nicht zum Lernen ausreichen. Du solltest dich am Ende eines Podcasts fragen, was du alles behalten hast und ob es zu deinem Zeitplan passt Podcasts darin einzubeziehen. Manchmal kann es durchaus dabei helfen einzelne Sachverhalte besser zu verstehen. Eine Stunde Vorlesung, die zu einem halben Blatt mit Notizen führt, die dir bereits bekannt waren, ist eher frustrierend für den Lernfluß.

Probeklausuren eignen sich hervorragend, um die im letzten Schritt folgende Prüfungssituation nachzustellen. Sie schaffen einen Überblick über die Anforderungen und ermöglichen es gezielt zu lernen. Diese Klausuren solltest du jedoch mit Vorsicht genießen. Es nützt nichts immer wieder dieselben Fragen auswendig zu lernen. Probeklausuren sollten eher als Test gesehen werden, ob du das erlernte Wissen anwenden kannst. Du darfst dir aber durchaus ansehen auf welchen möglichen Wegen dein Wissen abgefragt werden könnte.

4. Lerngruppen

Eine Lerngruppe kann dir in manchen Fällen dabei helfen eine neue Sicht auf zu Erlernendes zu bekommen. Die Arbeit als Gemeinschaft ist hierbei besonders wichtig. Jeder in der Gruppe sollte selbstverständlich das Ziel verfolgen effektiv zu lernen. Wer dauerhaft Quatsch machen möchte, sollte nicht in der Gruppe bleiben. Es ist aber durchaus legitim Gesprächen ihren Raum zu geben, denn die arbeit in der Gruppe erfordert viel Konzentration über längeren Zeitraum. Kleine Pausen müssen dabei sein.

Wenn alle gemeinsam lernen fällt es leichter Motivation zu entwickeln, denn man ist sowohl gefordert als auch in der Rolle des Fordernden. In einer Lerngruppe hast du einen ständigen Austausch über das Erlernte und Informationslücken werden automatisch von anderen ergänzt. Es hilft also dabei dein Wissen anzuwenden, wenn auch nur durch Sprachgebrauch.

Lerngruppen erfordern eine besondere Planung und nehmen viel Zeit ein und es kann durchaus passieren, dass die Gruppe nicht auf die Lösung eines Problems kommt. Das kann wiederum die Motivation schnell sinken lassen. Es ist daher wichtig früh zu erkennen, wann ein Problem nicht lösbar sein wird.

5. Prüfungssituation Nachstellen

Im besten Fall hast du zu diesem Zeitpunkt bereits alles zu Erlernende verinnerlicht. Eine Prüfungssituation nachzustellen ist die beste Möglichkeit dein Wissen zu testen und die Situation zu einer Routine zu machen. Um die besten Voraussetzungen zu schaffen solltest du dich in einen ruhigen Raum begeben. Nimm nur die erlaubten Hilfsmittel zur Hand und setze dir das Zeitlimit deiner Prüfung. Am einfachsten ist es, wenn du eine Probeklausur wie in Punkt vier beschrieben hast. Wenn nicht musst du einen Freund oder Verwandten bitten sich Fragen für dich auszudenken. Am besten suchst du dir jemanden, der für dieselbe Prüfung lernt und stellst ihm im Gegenzug auch Fragen für eine Übung.

Nach der abgelaufenen Zeit korrigierst du deine Arbeit. Du kannst auch jemand anderes darum bitten. Analysiere deine Fehler und erkenne warum du sie gemacht hast, denn so erkennst du wo du noch Lernbedarf hast.