Das Essay ist eine der ältesten, noch gebräuchlichen Textformen, an denen sich ein Autor versuchen kann. Und dabei stellen sich diverse Fragen. Welche Art von Essay möchtest du schreiben? Worüber möchtest du schreiben? Wem möchtest du das Essay zur Verfügung stellen? Und heißt es eigentlich „der Essay“ oder „das Essay“? Wir haben dir die wichtigsten Bestandteile eines Essays zusammengestellt, damit du keine Fehler machst.

1. Welches Essay schreiben?

Möchtest du ein Essay schreiben musst du dich zwischen zwei Formen entscheiden:

  1. Die „nicht-fiktionale literarische Prosaform“: Was kompliziert klingt, ist einfach umzuformulieren. „Nicht-fiktional“ bedeutet, dass die Sachverhalte, um die es in deinem Essay geht, nicht ausgedacht sind. Du darfst dich ausschließlich auf reale Tatbestände beziehen. „Literarische Prosaform“ beschreibt die Textform, nämlich ein geschriebenes Werk. Eine Prosa ist ein Text, der nicht in Versen oder mit rhythmischer Sprache verfasst wurde. Ein Gedicht ist somit kein Essay.
  2. Die „erklärende und argumentative Form“: Klingt einfacher als die erste Form, ist aber die schwerer zu formulierende. Bei dieser Form wird nämlich ein konkreterer Sprachaufbau verlangt. Klare, strukturierte Sätze bieten die Möglichkeit wissenschaftlich mit dem Essay zu arbeiten. Die Perspektive des Autors muss jedoch auch hier erkennbar bleiben.

Die erste Form ist verbreiteter als die zweite. Dennoch solltest du dir überlegen für welches Publikum du dein Essay erstellst. Ein Professor könnte ein ausschweifendes Essay schlechter bewerten. Die Leser deines Blogs hingegen werden dir für etwas mehr Rhetorik dankbar sein.

  • Verschaffe dir einen Überblick über dein Thema
  • Finde eine zentrale Leitthese
  • Erkenne dein Publikum

2. WElchen AufBau soll dein Essay haben?

Ein Essay wird immer in einer festgelegten, dreiteiligen Form geschrieben: Einleitung, Hauptteil Schluss. Dein Hauptteil sollte, wie der Name bereits sagt, beim Essay schreiben den größten Teil einnehmen. Einleitung und Schluss sind aber nicht zu vernachlässigen!

Die Einleitung beinhaltet die zentrale Fragestellung deines Essays. Du kannst zum Beispiel aus einer Beobachtung heraus eine Überlegung formulieren, die daraufhin den Leitfaden für dein Essay bildet. Du solltest für deine Überlegung ein wenig Grundwissen mitbringen, aber kein Fachwissen.

Dein Hauptteil sollte zu großem Teil aus deinen eigenen Gedankengängen bestehen. Versuche nicht eine neue Lösung für deine Fragestellung zu finden, sondern eine alternative Sicht herauszuarbeiten. Niemand erwartet von einem Essay eine exakte Problemlösung. Unter Umständen kannst du auch etwas ausschweifender werden. Beachte jedoch in welcher Form du dein Essay schreiben möchtest und behalte dein Thema im Fokus.

Dein Schluss wiederholt deine zentrale Fragestellung. Du solltest in diesem Teil mindestens eine für dich schlüssige Lösung zu deinem Thema anbieten. Diese kannst du durch die im Hauptteil erarbeiteten Erkenntnisse begründen.

  • Klarer Aufbau: Einleitung, Hauptteil, Schluss
  • Ein einziges Thema, auf das immer wieder zurückgegriffen wird
  • Fragestellung im Bezug auf das Thema beantworten

3. Was darfst du auf keinen Fall vergessen?

Ein Essay ist ein Gedanken-Experiment. Du musst dir verinnerlichen, dass ein Essay schreiben nicht bedeutet eine vollständige, wissenschaftliche Abhandlung zu verfassen. Es geht mehr um eine neue Sicht auf bereits bekannte Sachverhalte. Im Zentrum stehen hierbei deine Gedanken, schreibe aus der „Ich“-Perspektive. Du darfst auch abschweifen, solange du dadurch interessante und relevante Sachverhalte einbeziehst.

Nutze den Aufbau beim Essay schreiben. Dein Anfang ist eine hervorragende Möglichkeit das Interesse deines Publikums zu wecken. Verwende eine Überschrift, die Lust auf mehr macht. Stelle heraus, warum die von dir gestellte Frage dich reizt. Sprich dein Publikum direkt mit „Du“ an. Dein Mittelteil sollte das aufgebaute Interesse weiter fördern. Hole nicht zu weit aus und hangele dich an deinem Leitfaden entlang. Versuch dich so auf ein konkretes Ende hinzuarbeiten. Das hilft dir den Schluss prägnant und verständlich zu halten.

Auch wenn die Form nicht anspruchsvoll erscheinen mag, die Sprache, die du verwendest, sollte es sein. Nutze rhetorische Mittel zur Unterstützung deiner Gedankengänge. Stelle deinem Publikum rhetorische Fragen, zitiere und verleihe deinen Sätzen einen persönlichen Stil. So wie du einen Gedanken formulieren würdest, gehst du auch beim Essay schreiben vor.

  • Gedanken-Experiment: Eine neue Sicht auf bereits bekannte Sachverhalte
  • Mach dein Essay interessant
  • Verwende anspruchsvolle Sprache
  • Setze rhetorische Mittel ein

Wir hoffen wir konnten dir einen kleinen Einblick in das Essay Schreiben geben. Übrigens kann man sowohl „das“ als auch „der“ Essay schreiben und sobald du dein erstes Essay schreibst, bist du ein Essayist. Irre oder?