Digitaler Nomade - Was ist das eigentlich?

Als „Digitale Nomaden“ bezeichnen wir Menschen, die ortsunabhängig leben und arbeiten. Sie gehen in der Regel einer digitalen Tätigkeit nach, was ihnen die Arbeit von quasi überall auf der Welt aus ermöglicht. Digitale Nomaden können Angestellte sein, deren Job zu 100% remote ausgeführt werden kann, häufiger arbeiten sie jedoch als Freelancer. Die Idee bzw. das Ziel des digitalen Nomadentums ist ein selbstbestimmtes Leben und Reisen, also ein Ausstieg, aus dem viel zitierten „Hamsterrad“.

Für digitale Nomaden existiert mittlerweile eine Vielzahl von Möglichkeiten, um von unterwegs zu arbeiten und Geld zu verdienen. Oft trifft man auf die klassischen Webdesigner, die Webseiten für ihre Kunden zuhause oder vor Ort planen und entwickeln. Auch App- und Softwareentwicklung sind unter digitalen Nomaden weit verbreitet, da für diese Tätigkeiten in der Regel keine Ortsgebundenheit besteht. Wer sich in Sachen Marketing auskennt, kann auch als Social Media Manager*in die Pflege der Facebook-Auftritte etc. für kleine oder größere Unternehmen übernehmen und sich dafür bezahlen lassen. Wer nicht so technikaffin ist lässt sich oft eine Webseite erstellen und betreibt einen Blog, in dem dann über die eigenen Erlebnisse beim Reisen oder sonstige Themen berichtet wird, um möglichst viele Besucher auf die eigene Seite zu bekommen. Doch auch als Musiker, Lehrer oder Trainer kann man von unterwegs und an verschiedenen Orten arbeiten.

Viele treffen die Entscheidung, die nächste Zeit als digitaler Nomade zu verbringen, nach dem Studium. Zu dem Zeitpunkt ist man normalerweise noch nirgends fest eingestellt und ist oft relativ ungebunden und offen für Abenteuer und Veränderungen. Außerdem sind viele Studenten den niedrigeren Lebensstandard beim Reisen vielleicht schon gewohnt und tun sich damit nicht mehr so schwer. Natürlich muss man nicht gleich alle zelte abbrechen, um digitaler Nomade zu werden. Eine Basis im eigenen Land hat natürlich weiterhin Vorteile. Auf jeden Fall sollte man auch als digitaler Nomade das Thema Versicherung nicht außen vor lassen. Wenn dein Lebensmittelpunkt zum Beispiel weiterhin in Deutschland sein soll und du dich nur von Zeit zu Zeit im Ausland aufhalten willst, bist du auch in Deutschland gemeldet und hast dort eine private oder gesetzliche Krankenversicherung. Für die Zeiten im Ausland bietet sich eine Auslandskrankenversicherung an (für eine Dauer von ca. 6-8 Wochen). Allerdings solltest du genau prüfen, ob die Versicherung auch zahlt, wenn dir beim Arbeiten im Ausland etwas passiert, denn das ist oft nicht der Fall. Wenn du dich dauerhaft im Ausland aufhalten möchtest, aber noch in Deutschland gemeldet bist, solltest du bei deiner Versicherung prüfen, ob eine Erweiterung für das Ausland möglich ist. Denk daran, dass du die Behandlung auch bei Auslandskrankenversicherungen in der Regel zunächst selbst bezahlen musst, um dir das Geld dann später von deiner Krankenkasse zurück zu holen. Wenn du dich überhaupt nicht mehr in Deutschland aufhältst und dort auch nicht gemeldet bist, solltest du entweder eine Auslandskrankenversicherung über eine lange Zeit abschließen oder eine internationale Krankenversicherung nutzen. Prüfe deine Optionen unbedingt bevor du dich in Deutschland abmeldest, falls das dein Plan sein sollte.