Jeder Mensch lernt tagtäglich unbewusst tausende von Sachen. Vieles davon ist unwichtig und manches Wissen bleibt für immer im Unterbewusstsein. Aber wie sieht es aus, wenn man gezielt lernen möchte? Der Stoff liegt parat, die Anforderungen sind bekannt. Nur welche Lernstrategie solltest du jetzt verwenden?

Wiederholung, immer wieder

Am liebsten möchte man es nicht hören, aber es lässt sich nicht umgehen. Egal welche Lernstrategie du fährst, du musst das Gelernte wiederholen. Das Übertragen deines Wissens von Kurzzeitgedächtnis in Langzeitgedächtnis setzt eine Wiederholung voraus. Diese Lernstrategie ist besonders nützlich, wenn du Dinge auswendig lernen willst.

  • Nutze Karteikarten – Die vermutlich älteste Form des Wiederholens. Wichtig: Mische die Karten nach jedem Durchgang, sonst lernst du vielleicht nur die Reihenfolge auswendig.
  • Hören und Sprechen – Insbesondere bei Sprachen und Vokabeln nützlich. Lass dir ein Wort oder einen Satz vorlesen und sprich ihn nach. Diese Strategie ermöglicht dir üben und wiederholen gleichzeitig.
  • Ausführen – Sportliche Übungen lassen sich sehr gut durch die Durchführung lernen. Das sogenannte Muskelgedächtnis lässt sich genauso gut trainieren wie das tatsächliche.
  • Quiz – Es hilft als Abfrage und als Wiederholung. Suche dir ein zu deinem Thema passendes Quiz und teste dein Wissen. Wie bei den Karteikarten gilt: Nicht immer dieselben Fragen hintereinander. Außerdem solltest du dir sicher sein, dass das Quiz deinen Anforderungen entspricht.

Der Weg ist das Ziel

Egal wie unangenehm dein Thema auch erscheinen mag, du musst es ernst nehmen. Es nützt dir nichts etwas auswendig zu lernen und es eine Woche nach der Prüfung wieder zu vergessen. Auch wenn es unter Umständen etwas mehr Arbeit bedeutet, als ursprünglich erhofft. Desto mehr Quellen und verschiedene Blickwinkel du erhälst, desto mehr Überblick gewinnst du jedoch über dein Thema. Diese Lernstrategie macht dein Thema zu einem Bestandteil deines Alltags und hilft dir somit das Wissen jederzeit anzuwenden.

  • Sekundärlektüre – Versuche dir so viele verschiedene Quellen wie möglich zu beschaffen. Das ermöglicht dir ein besonders breites Bild. Möglicherweise findest du sogar etwas interessantes, das dir den Zugang zur Thematik erleichtert.
  • Wissen anwenden – Versuche dein Thema im Alltag so oft wie möglich ins Gedächtnis zu rufen. Natürlich kannst du eine Kurvendiskussion nicht bei der Busfahrt anwenden, aber vielleicht findest du in deinem Alltag Dinge, die dich an das Erlernte erinnern. Dadurch verinnerlichst du das Wissen und verbindest es mit Erfahrungen.
  • Lernplan erstellen – Wir haben schon die wichtigsten Dinge für einen Lernplan hier zusammengestellt. Ein Lernplan unterstützt deine Lernstrategie auf jeder Ebene. Immer abrufbar kannst du jederzeit auf deine Informationen zugreifen. Diese Informationen können so breit gefächert sein wie es deine Vorgehensweise beim Erstellen zulässt.

Suggestion und Motivation

Kubisch, hexagonal, tetragonal und nicht zuletzt auch monoklin. Wer mal die Metrik von Elementarzellen auswendig lernen musste, weiß wie zäh und nutzlos einem das Lernen vorkommen kann. Da hilft es sich die Macht der Suggestion zur Hilfe zu holen. Ein starkes, gesundes Selbstbewusstsein und die Lust weiterzukommen ersetzen zwar nicht das Lernen, helfen aber sich durch den zähen Stoff zu arbeiten.

Wie du dein Selbstbewusstsein steigerst findest du in diesem Artikel.

Die Macht des Wissens

Mit der Lernstrategie schnell durchkommen? Wissen niemals wieder vergessen? Plötzlich Interesse an den uninteressantesten Dingen bekommen? Ich fürchte da müssen wir dich enttäuschen. Es gibt nicht den einen großen Plan dein Wissen zu vermehren. Also sind alle Lernstrategien Unsinn? Nein, denn jede Lernstrategie hat ihren Ursprung in den Erkenntnissen der Wissenschaft. Diese erweitern sich ständig, so dass alte Strategien verworfen oder geändert werden müssen oder ganz neue entstehen. Jede Lernstrategie sollte daher genau auf den Lernenden zugeschnitten sein.

  • Erkenne deinen Lerntyp – Zu wissen welche Signale dich am besten ansprechen ist die halbe Miete auf der Suche nach der passenden Lernstrategie. Hier findest du ein paar Tipps für die jeweiligen Lerntypen.
  • Arbeite ordentlich – Wenn du etwas lernen möchtest, musst du auch bereit sein etwas dafür zu tun. Desto strukturierter du an das Lernen heran gehst, desto routinierter wirst du werden. Mit der Zeit wird der Aufwand dann auch geringer.
  • Habe Spaß – Quäle dich nicht! Wenn das Lernen dich nur noch stresst musst du dir überlegen ob dein Themenfeld das richtige für dich ist. Nicht jedes Thema macht Spaß, aber wenn du dich nur noch überwinden musst kann dich das gesundheitlich beeinträchtigen.